Jahresbericht 2025
Räume schaffen, die Menschen stärken.
Das vergangene Jahr war für die Aufberg AG ein Jahr der Bewegung. Wir haben uns weiterentwickelt, neu positioniert und zentrale inhaltliche wie strukturelle Fragen mit Ausdauer und Sorgfalt bearbeitet.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag im Anerkennungsverfahren mit der Behindertenhilfe Basel-Stadt. In einem intensiven Prozess haben wir Dokumente und Konzepte überarbeitet, formale Anforderungen erfüllt und unsere fachlichen Standards geschärft. Dieser Weg hat uns gefordert und zugleich weitergebracht.
Eng damit verbunden ist die Frage der tragfähigen Finanzierung des Mutter–Kind–Hauses. Da sich die erbrachten Leistungen über das Instrument IBB Plus nicht adäquat abbilden lassen, gestaltet sich die Diskussion um eine sachgerechte Finanzierung anspruchsvoll. Wir stehen dazu in einem konstruktiven Dialog mit der Behindertenhilfe Basel-Stadt und ich bin zuversichtlich, dass wir gemeinsam eine tragfähige Lösung finden.


Nach innen wie nach aussen hat sich die Aufberg AG neu präsentiert: mit neuem Corporate Design, überarbeitetem Logo, frischem Webauftritt und aktiver Präsenz auf LinkedIn. Dieser Schritt ist mehr als ein optisches Update. Er macht sichtbar, wer wir sind und wofür wir stehen.
Parallel dazu haben wir wichtige bauliche und organisatorische Veränderungen vorangetrieben. Beim Umbau des Schulwohnheims Wolfbrunnen konnten wir in engem Austausch mit dem AKJB BL und dem Bundesamt für Justiz alle Voraussetzungen erfüllen und Ende März 2026 das Gesuch um Baubeiträge einreichen. Im gleichen Monat haben wir zudem den Umzug der Frauenwohngruppe von der Klingentalstrasse an die Socinstrasse 8 in Basel erfolgreich abgeschlossen.

Das neue Zuhause der Frauenwohngruppe im Grossbasler Quartier am Ring.
Pädagogisch stand die Gewaltprävention im Vordergrund. Mit dem Bündner Standard haben wir in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit den Mitarbeitenden ein praxiserprobtes Instrument zur Prävention und zur strukturierten Bearbeitung von Grenzverletzungen eingeführt und ergänzend eine interne Meldestelle eingerichtet. So verankern wir im Alltag eine Kultur des Hinschauens, des Vertrauens und klarer Verantwortlichkeiten.
Auch personell und fachlich sind wir weitergekommen, und zwar durch gezielte Weiterbildungen, kontinuierlichen Austausch zwischen den Standorten und geschärfte interne Abläufe. Diese Arbeit steht selten im Rampenlicht, ist für die Qualität unserer Angebote aber zentral.


Ein herzlicher Dank geht an alle Mitarbeitenden, die mit ihrem täglichen Einsatz die Qualität unserer Arbeit tragen. Ebenso danke ich dem Verwaltungsrat und dem Verein Cura Familia als Aktionär für die verlässliche Begleitung und das entgegengebrachte Vertrauen. Auch unseren Partner*innen, den zuständigen Behörden und allen, die uns unterstützen, danke ich für die offene und konstruktive Zusammenarbeit. Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass die Aufberg AG auch künftig eine verlässliche und innovative Partnerin für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien in der Nordwestschweiz bleibt.
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Thorsten BinusGesamtleiter Aufberg AG

Ein Jahr der Veränderung
Im vergangenen Jahr hat sich für unsere Institution einiges verändert. So ist der Begriff «Heime» aus unserem Namen verschwunden und einem kurzen «Aufberg» gewichen. Gleichzeitig wurde – passend zur Namensänderung – ein neues Logo eingeführt. Neben diesen formalen Änderungen gab es auch einiges an Bewegung in der stationären Betreuung: Die Frauenwohngruppe zog vom Kleinbasel an den neuen, wunderbaren Standort an der Socinstrasse im Grossbasel um, und die Umbau- bzw. Neubauplanung des Schulheims Wolfbrunnen in Lausen nahm die letzten entscheidenden Schritte hin zur Umsetzung.

Was im vergangenen Jahr jedoch unverändert geblieben ist, sind die Passion, die Empathie und das Engagement unserer Mitarbeitenden in der Betreuung unserer jungen und erwachsenen Klientinnen und Klienten. Dafür gebührt ihnen unser herzlichster Dank!
Ebenso danken wir den Kantonen, unseren Partnerorganisationen und unserer Trägerschaft Cura Familia für die konstant konstruktive und professionelle Zusammenarbeit.
Im Namen des Verwaltungsrats der Aufberg AG
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Christof HiltmannVerwaltungsratspräsident Aufberg AG
Heime auf Berg AG wird zu Aufberg AG
Manchmal beginnt Veränderung mit ein paar einfachen Fragen: Passt unser Name noch zu dem, was wir tun? Zeigt das Logo wirklich unsere Haltung?
Im vergangenen Jahr haben wir uns getraut, genau diese Fragen offen zu stellen und gemeinsam zu beantworten. In mehreren Workshops haben Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und Mitarbeitende gemeinsam reflektiert, wofür wir stehen und wie sich das nach aussen zeigen soll. Dabei wurde schnell deutlich: Der Begriff «Heime» beschreibt heute nur noch einen Teil dessen, was wir wirklich sind. Wir begleiten Kinder, Jugendliche und Erwachsene in unterschiedlichsten ambulanten und stationären Leistungen auf ihrem Weg.

Aus dieser Überzeugung ist in einem partizipativen Prozess unser neuer Name entstanden: Aufberg AG. Kürzer, offener und beweglicher, und doch unverkennbar verwurzelt in dem, was wir seit Jahren tun.
Auch unser Logo haben wir neu gedacht. Statt strenger, kantiger Formen setzen wir auf eine organischere Formsprache und eine zugängliche, barrierefreie Typografie. Das neue Logo steht für Aufbruch und Entwicklung, ohne unsere Wurzeln zu verlieren. Die Farbe Blau ist dabei kein gestalterischer Zufall, sondern das Ergebnis eines intensiven Werteprozesses. Aus einer Vielzahl möglicher Werte haben wir gemeinsam jene herausgearbeitet, die unsere tägliche Arbeit am stärksten prägen: Sicherheit, Stabilität, Vertrauen, Professionalität und Orientierung. Genau diese Werte trägt die Farbe Blau in sich. Sie steht für Verlässlichkeit und für die ruhige, professionelle Haltung, mit der wir Menschen begleiten und unterstützen.
Damit dieser neue Auftritt nicht nur auf dem Briefkopf sichtbar wird, haben wir parallel auch unsere Website von Grund auf neu aufgebaut. Sie ist heute übersichtlicher, zugänglicher und persönlicher und gibt allen, die uns suchen, schnell ein klares Bild davon, wer wir sind und wie wir arbeiten.
Umzug der Frauenwohngruppe
«Die Kunst des Neuanfangs liegt im Abschiednehmen.» Seneca
Am 2. März 2026 standen die Lastwagen des Zügelunternehmens vor der Klingentalstrasse 61. Damit begann ein Umzug, der weit mehr war als ein logistisches Projekt. Persönliche Dinge der Klientinnen, Möbel, Geschirr, Büromaterial und vieles, was über Jahre zum Alltag der Wegwarte gehört hatte, wurden sorgfältig verladen und an die Socinstrasse 8 gebracht. Die beiden Umzugstage verliefen ruhig, gut koordiniert und nahezu störungsfrei.
Mit diesem Schritt endete ein wichtiges Kapitel in der Geschichte der Wegwarte. 1949 hatte der Katholische Fürsorgeverein die Liegenschaft an der Klingentalstrasse 61 erworben. Nun wurde nicht nur vom Haus, sondern auch vom Namen «Wegwarte» Abschied genommen. Heute heisst dieser Bereich der Aufberg AG Frauenwohngruppe und bietet zwölf Plätze sowie einen zusätzlichen Platz für Klientinnen, die über das Frauenhaus und die Opferhilfe zugewiesen werden. Dass dieser Übergang für die Klientinnen und das Team eine grosse Tragweite hatte, war allen bewusst. Umso wichtiger waren Vorbereitung, Verlässlichkeit und eine achtsame Begleitung. Viele Klientinnen erlebten den bevorstehenden Umzug bereits Monate zuvor als belastend; Veränderungen können Erinnerungen an frühere Abbrüche oder Verluste wachrufen. Ein bewusst gestalteter Abschiedsabend für die Klientinnen und ein gemeinsamer Abschied des Teams im leergeräumten Haus halfen, diesen Schritt nicht nur organisatorisch, sondern auch emotional zu vollziehen.
An der Socinstrasse begann anschliessend das neue Kapitel. Die Villa mit ihren hellen Räumen, der warmen Innenausstattung und dem schönen Garten schafft einen Rahmen, der das Ankommen erleichtert. Bereits nach wenigen Tagen nahm das Team den gewohnten Tagesablauf wieder auf und gab den Klientinnen damit jene Struktur zurück, die im Alltag Sicherheit und Vertrauen schafft.
Inzwischen sind seit dem Einzug fast drei Monate vergangen. Die meisten Klientinnen haben ihre Stabilität rasch wiedergefunden und fühlen sich in der Socinstrasse wohl. Auch das Team hat in den intensiven Tagen vor, während und nach dem Umzug viel Engagement, Eigenverantwortung und Tatkraft gezeigt. So ist Schritt für Schritt ein neues Zuhause auf Zeit entstanden.
Der Neuanfang der Frauenwohngruppe an der Socinstrasse 8 trägt die Erfahrungen der Wegwarte weiter und gibt ihnen einen neuen Ort, an dem Schutz, Entwicklung und Zuversicht wachsen können.
Umbau und Neubau im Wolfbrunnen
Das Schulwohnheim Wolfbrunnen ist seit vielen Jahren ein Ort, an dem Mädchen und junge Frauen Orientierung finden, lernen und neue Perspektiven entwickeln können. Bildung, verlässliche Begleitung und ein geschütztes Umfeld bilden dabei die Grundlage für ihre persönliche und schulische Entwicklung. Zur Zukunftssicherung planen wir eine umfassende Erneuerung des bestehenden Schulhauses sowie den Neubau eines zeitgemässen Wohnhauses.
Mit diesem Projekt investieren wir bewusst in die Zukunft junger Menschen. Es entstehen neue Kapazitäten, bessere räumliche Qualität mit mehr Privatsphäre, Platz für Bewegung und Veranstaltungen sowie Räume die heutigen pädagogischen Bedürfnissen gerecht werden.
Nur durch eine zeitgemässe Anpassungen der Infrastruktur werden zukünftig die Anforderungen erfüllt, um weiterhin als subventionsberechtigt anerkannt und damit überhaupt tragfähig zu sein.
Um das Projekt zu Realisieren, bitten wir auch Sie um Ihre Unterstützung. Die Kosten können nicht allein aus Rücklagen und Fördermitteln gedeckt werden. Um jungen Menschen diese wertvolle und verlässliche Chance zu ermöglichen, sind wir auf Spenden angewiesen.
Spendenkonto:
CH66 0076 9400 2066 3200 3
Aufberg AG, Rebhaldenstrasse 25, 4411 Seltisberg
2025 in Zahlen
Die Zahl unserer Klient*innen hat sich im Vergleich zum Vorjahr um fast ¼ vergrössert.

Ambulante Familienbegleitung, begleitete Besuche und Übergaben sowie Schulungen in der Austrasse.

Ambulante und stationäre Wohnbegleitung für Menschen mit psychischen oder psychosozialen Herausforderungen sowie externes betreutes Wohnen am Standort Kirchgasse im Quartier Altstadt Kleinbasel.

Stationäres Übergangswohnen für Frauen, die temporär Schutz und psychische Entlastung benötigen am neuen Standort Socinstrasse, Quartier am Ring.

Stationäres Wohnen für Mutter und Kind mit individueller Förderung und 24-Stunden-Betreuung.



Kinder- und Schülerwohngruppen mit pädagogischer Begleitung und Förderung.

Stationäres pädagogisch betreutes Wohnangebot für Jugendliche mit externer Beschulung oder Ausbildung.

Schule Wolfbrunnen: Schulangebot Sek I für Schüler*innen der internen Wohngruppe am Standort Lausen Hauptstrasse.

Schulwohnheim Wolfbrunnen für weibliche Jugendliche mit gendergerechter pädagogischer Betreuung am Standort Lausen Hauptstrasse.
Bilanz in CHF
2025
2024
Flüssige Mittel
1.243.625
4.905.782
Forderungen aus Leistungen
1.870.531
995.364
Delkredere
-5.500
-8.000
Kurzfristige Forderungen gegenüber Aktionär
0
8.000
Sonstige kurzfristige Forderungen
165.261
28.604
Nicht fakturierte Dienstleistungen/Vorräte
571.293
765.014
Aktive Rechnungsabgrenzung
308.733
292.630
Umlaufvermögen
4.153.943
6.987.394
Mobiliar und Einrichtungen
47.084
75.811
Informatik
74.279
73.461
Fahrzeuge
91.141
117.852
Mobile Sachanlagen
212.504
267.124
Grundstück Wolfbrunnen
1.800.000
0
Liegenschaft Wolfbrunnen Altbau
400.000
0
Anlagen im Bau
678.908
0
Beitrag AKJB (Rücklage)
-678.908
0
Immobilie Sachanlagen
2.200.000
0
Mietkautionen
78.491
82.625
Finanzanlagen
78.491
82.625
Anlagevermögen
2.490.995
349.749
Total Aktiven
6.644.939
7.337.143
2025
2024
Verbindlichkeiten aus Leistungen
155.731
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten
227.363
273.082
Passive Rechnungsabgrenzung, Rückstellungen
1.075.699
1.077.006
Kurzfristiges Fremdkapital
1.458.792
1.551.470
Rücklagen aus Leistungsvereinbarung
2.545.321
2.198.190
Rückzahlung Rücklagen
z.G. AKJB
0
344.629
Fonds für Spenden
234.076
307.117
Langfristiges Fremdkapital
2.779.397
2.849.936
Fremdkapital
4.238.189
4.401.406
Aktienkapital
1.000.000
1.000.000
Gesetzliche Kapitalreserven
188.555
188.555
Gesetzliche Gewinnreserven
121.708
121.708
Bilanzgewinn
1.096.486
1.625.474
Ergebnisvortrag
1.625.474
1.791.434
Jahresergebnis
-528.988
-165.960
Eigenkapital
2.406.749
2.935.737
Total Passiven
6.644.939
7.337.143
Erfolgsrechnung in CHF
2025
2024
Erträge aus Leistungsabgeltung innerkantonal
9.108.180
8.357.486
Erträge aus Leistungsabgeltung ausserkantonal
6.003.596
6.488.952
Andere betriebliche Erträge
538.468
487.158
Erlösminderungen
-907
-11.983
Nettoerlöse aus Leistungen
15.649.337
15.321.612
Betriebsbeiträge des Bundes
758.098
687.427
Übrige Leistungen
758.098
687.427
Total Betriebsbeitrag
16.407.435
16.009.039
Personalaufwand
-11.976.501
-11.353.668
Medizinischer Bedarf
-30.656
-29.705
Lebensmittel, Getränke
-473.958
-475.286
Haushalt
-114.265
-119.026
Unterhalt, Reparaturen
-319.914
-415.623
Aufwand für Anlagenutzung
-1.455.249
-1.464.282
Energie und Wasser
-221.062
-247.517
Schulung, Ausbildung & Freizeit
-341.117
-353.063
Verwaltungsaufwand
-430.717
-329.822
Übriger Betriebsaufwand
-163.295
-211.538
Übriger betrieblicher Aufwand
-3.550.232
-3.645.861
Betriebserfolg
vor Zinsen und Abschreibungen
880.702
1.009.511
2025
2024
Abschreibungen
-556.182
Betriebserfolg vor Zinsen
324.520
850.913
Finanzergebnis
-797
137
Betriebsfremder und ausserordentlicher Erfolg
2.799
-659.366
Ertragsanteil für Ausfinanzierung BLPK
0
80.593
Jahresgewinn vor Zuweisung
an Fonds
326’521
272’277
Spendenzugänge
36.477
169.313
Spendenverwendung
-61.208
-56.677
Zuweisung/Entnahme (-/+) Spendenfonds
73.041
-37.636
Zuweisung/Entnahme (-/+) Rücklagenfonds
-903.819
-513.237
Total Jahresverlust
-528.988
-165.960

















