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Das sagen unsere Klientinnen


Jara

Jara powert sich gerne beim Boxen aus. Sie sieht für sich grosse Chancen durch die tolle Unterstützung und Vorbereitung auf einen selbstständigen Berufs- und Lebensweg.

Jara, Schulheim Wolfbrunnen

Was ist dein Lieblingsort im Wolfbrunnen? Wo fühlst du dich am wohlsten und warum?

Nebst meinem Zimmer ist es der Boxkeller. Aktuell bin ich zwar nicht mehr so oft da, aber ich mag und mochte ihn immer sehr. Man ist da meistens alleine und hat seine Ruhe, ausser es sind grad Thaiboxtrainings. Diese finde ich übrigens sehr sehr cool, es ist so toll, dass ihr diese Trainings für uns organisiert und anbietet. Es hat auch Geräte oder ein Boxsack unten, welche mir immer öfters sehr helfen.

Und dann eben in meinem Zimmer, wo ich sehr froh darüber bin, dass wir Einzelzimmer haben und nicht zu zweit oder zu dritt wohnen müssen.

Was ist dir wichtig nach dem Umbau? Was sollte erhalten bleiben? Welche Räumlichkeiten sollte es unbedingt wieder geben?

Definitiv ein Box- und Sportkeller. Auch für alle Jugendlichen die nach uns noch kommen werden, sollte dieser gegeben sein, da wir alle ihn sehr schätzen.

Und die Einzelzimmer, die uns als Rückzugsmöglichkeit dienen. Die sind meiner Meinung nach auch sehr wichtig.

Für was steht der Wolfbrunnen für dich? Was bedeutet dir persönlich unser Wolfbrunnen?

Anfänglich war ich sehr skeptisch, da bin ich ehrlich. Aber dann war es sehr toll für mich, dass ich erkennen konnte, wie gut und wichtig die Schule doch sein kann. Das war sie für mich lange Zeit nicht mehr und ich hatte echt Angst, dass das bleiben könnte. Aber ich bin hier angekommen und relativ schnell gerne wieder zur Schule gegangen, ich habe wieder Freude daran, die Schule wieder besuchen zu können ohne im Stress zu sein, wie dies davor immer der Fall war.

Auf der Wohngruppe finde ich wie schon erwähnt toll, dass jeder sein eigenes Zimmer hat. Auch die festen Zeiten im Wohnen finde ich gut, für mich ist das wichtig, eine gut gestaltete Tagesstruktur zu haben, wie sie das Wohnen und die Schule vorgibt.

Auch die Räumlichkeiten und die Aufteilung der Räume im Wohnen sowie in der Schule entsprechen mir persönlich sehr. In der Schule finde ich es super, dass wir diverse Räume zur Verfügung haben, um Schule machen zu können. Wir müssen nicht fix in einem Klassenzimmer sitzen, das macht die Schule für uns alle gut möglich.

Was meinst du, ist es wichtig, dass Wolfbrunnen immer ein Angebot für weibliche Jugendliche bleibt oder könntest du dir das Wolfbrunnen auch in einer gemischten Gruppe vorstellen?

Ich denke es ist sehr wichtig, dass es nur weibliche Schulwohnheime gibt, da viele Mädchen sich so doch sicherer und wohler fühlen. Hier gibt es so gut wie kein Mobbing. Für mich ist es wichtig, dass wir hier auch nur mal im Top rumlaufen können, ohne dass blöde Bemerkungen oder Aussagen von Jungs kommen könnten. Doch ich denke es ist wichtig für junge Mädchen, ein Heim ohne Jungs zu haben.

Gibt es etwas, dass du vermisst, seit du im Wolfbrunnen bist? Aus deinem Leben vorher? Was ist nicht ersetzbar hier?

Das grösste Problem ist für mich die grosse Distanz mit den ÖVs hin bis zu meiner Familie. Früher konnte ich problemlos in mein Training gehen zu Hause, das fehlt mir auch, da der Weg 1,5 Stunden wäre. Und meine Freunde, die fehlen mir auch oft.

Kommt dir spontan etwas in den Sinn, was es bei uns noch nicht gibt, was du aber cool oder als wichtig empfinden würdest?

Ein Gartenraucherhäuschen* würde ich toll finden, eventuell auch eines das beheizbar ist, oder einfach zumindest wind- und wettergeschützt.

*Anm.: «Sorry Jara, aber diesen Wunsch werden wir dir leider nicht erfüllen können.»

Was würdest du sagen, wie wichtig ist es, dass es den Wolfbrunnen weiterhin gibt, dass weiterhin neue Plätze genutzt werden können von Mädchen?

Ich finde ihr bietet Hilfe in einem grossen Spektrum an. Ich hatte es nicht leicht als ich hier ankam, wie die Meisten nicht, aber ihr bietet gute Hilfe an. Das 1:1 Setting in der Schule ist toll, wir haben die gleichen Chancen und Möglichkeiten, wie wenn wir in die Regelschule gehen würden. Wir haben eine gute Berufsvorbereitung und tolle Unterstützung durch die Schule. Das ist wirklich enorm.

Auch im Wohnen lernen wir mit unserm Geld umzugehen und müssen dies selbstständig verwalten, sei es zum Kleider einkaufen oder mit dem Taschengeld. Auch die Ausflüge die wir immer unternehmen sind toll, alle werden so genommen wie sie sind. Ich konnte ein paar Heime anschauen, aber das Wolfbrunnen kam für mich als einziges in Frage. Die Betreuer und so wie es uns vorgestellt wurde, haben mich überzeugt. Auch kann ich für mich sagen, ich gehe wieder gerne und ohne Angst und Stress zur Schule und hätte nicht gedacht, dass ich das nochmals so machen kann. Danke!


Livia

Livia fühlt sich in der entspannten Atmosphäre vom Wolfbrunnen sehr wohl, würde mehr Grünpflanzen aufstellen und sieht in der aufmerksamen 1-zu-1-Betreuung einen grossen Vorteil gegenüber anderen Konzepten.

Livia, Schulheim Wolfbrunnen

Was ist dein Lieblingsort im Wolfbrunnen? Wo fühlst du dich am wohlsten und warum?

Ich fühle mich eigentlich überall im Wolfbrunnen sehr wohl, wirklich. Das liegt glaube ich an der ruhigen für mich entspannten Atmosphäre, ich mag es nicht, wenn ich ständig gedrängt werde oder ich diskutieren muss, und das ist hier nicht der Fall.

Was denkst du muss beim Neubau vom Wolfbrunnen unbedingt beibehalten werden, welcher Charakter des alten Wolfbrunnens muss erhalten bleiben oder wieder so erschaffen werden?

Gute Frage! Ich kann es mir gar noch nicht so vorstellen, denn es wird ja wirklich alles umgebaut.

Für mich muss es aber unbedingt wieder einen Entspannungsraum geben, zum runterfahren, zum Ruhe finden.

Was kommt dir in den Sinn, was es hier nicht oder vielleicht zu wenig hat und wir für den Neubau unbedingt beachten sollten?

Mehr Pflanzen würden mir gefallen. Zimmerpflanzen, grün bringt viel mehr Leben in die Räumlichkeiten, mir würde das sehr gefallen! Hängende Topfpflanzen in den Gängen, das stelle ich mir cool vor.

Magst du mir erzählen was der Wolfbrunnen für dich bedeutet? Für was steht unser Angebot deiner Meinung nach?

Für mich war die Ankunft im WB wie ein kompletter Neustart in meinem Leben, ich kann sagen, der WB ist das Beste was mir je passiert ist bis anhin, wirklich! Deswegen weiss ich schon jetzt, der Austritt im Sommer wird enorm schwer für mich. Ich war drei Jahre hier, du hast hier Chancen, die du sonst nicht bekommst und nutzen kannst. Ich war schon in anderen Institutionen, keine ist wie bei euch hier. Die Aufmerksamkeit, die ihr uns hier schenkt, das tolle 1:1 Setting, wir sind Kinder, natürlich nerven wir manchmal, aber ihr macht das Beste draus für uns.

Die Schule ist wieder toll geworden, all das, was du mal verkackt hast, kannst du hier besser machen und du machst es auch wirklich gerne besser. Wenn du dich an deinen Plan hältst, darfst du sogar Musik hören während des Arbeitens. Es fällt einem leicht bei euch zur Schule zu gehen, auch nach einem Klinikaufenthalt findest du ruhig wieder rein und ihr gibt uns die Chance dazu! Ich glaube hier ist auch mal ein grosses Dankeschön dafür nötig. DANKESCHÖN!

Ich sehe dieses Heim als mein zweites Zuhause an. Die tollen Ferienlager, der Freitag mit Erik im Wald, wer bietet einem jungen Menschen schon so tolle Angebote. Ich weiss, das alles ist nicht selbstverständlich und schätze dies wirklich sehr. Es ist echt krass wie ihr das macht und wir Mädchen hier enorm profitieren können durch und mit euch

Würdest du sagen, dass es für dich und Jugendliche in Not wichtig ist, dass es ein Wolfbrunnen gibt, speziell für Mädchen oder könntest du es dir auch in einem gemischten Heimsetting vorstellen?

Ich bin ehrlich, ich bin nicht für eine gemischte Gruppe. Wir sind hier als Mädchen in einem geschützten Raum, ich schätze es sehr, dass ich abends nach dem Duschen einfach mit meinem Tuch rumlaufen kann und mich nicht auf Andere achten muss. Ich glaube, mit Jungs wäre es für mich kein geschützter Rahmen mehr, ich würde mich nicht wohl fühlen damit.

Natürlich gibt es auch Zickenkrieg bei uns, aber das Konzept Mädchenheim sollte beibehalten werden. Wir verstehen uns, weil es uns tendenziell ja allen gleich geht.

Gibt es etwas, was du vermisst? Was ist evtl. schwierig auszuhalten hier, auf was musst du verzichten?

Ehrlich, nein! Öffentliche Schule war gar nichts für mich, für mich war und ist das WB ein Segen, ich konnte mich in grossen Klassen nie zurechtfinden.

Das Einzige, was mich ein wenig stört, sind die Sozis aber alle machen ja auch nur ihren Job.

Gibt es etwas, was du über den Wolfbrunnen noch sagen willst, was du noch loswerden willst, was wir noch nicht angesprochen haben?

Hhmm … Doch, ich finde es toll, dass man sich zurückziehen kann und darf, wenn man es benötigt. Wir können uns in unser Zimmer zurückziehen und auch mal eine Zeit für uns sein, wenn wir uns psychisch oder physisch nicht fit genug fühlen, um dann anschliessend am Nachmittag z.B. wieder in der Schule drüben zu starten.


Ramos

Dampf ablassen im Boxraum oder Ruhe finden am Klavier. Ramos hält eine genderspezifische Betreuung für sehr wichtig und kann sich eine gemischte Einrichtung für sich nicht vorstellen.

Ramos, Schulheim Wolfbrunnen

Was ist dein Lieblingsort im Wolfbrunnen?

Mein Lieblingsort im Wolfbrunnen ist der Keller und der Musik­raum. Im Keller kann ich meinen Sport, das Thai­boxen machen. Dabei kann ich abschal­ten und Energie rauslassen. Ich fühle mich da leben­dig! Ich mag den Box­keller wirklich sehr.

Aber auch der Musikraum ist für mich ein sehr schöner Ort, wir können Musik machen wie Klavier spielen oder einfach Musik hören. Auch oben im 1. Stock sitze ich gerne, denn auch da steht ein Klavier. Oft sitze ich einfach kurz da und spiele etwas für mich auf dem Klavier. Das gibt mir auch Ruhe.

Was denkst du soll auch nach dem Umbau so bleiben, was darf der Wolfbrunnen nicht verlieren, was ist dir wichtig?

Das Klavier sollte auf jeden Fall bleiben, also weiterhin integriert werden. Ich befürworte den Umbau, da ich hoffe, dass es nachher ein wenig ruhiger wird, da wir jeden Schritt und die Geräusche auf dem Gang hören. Das ist so das Einzige was mich manchmal stört, die Ringhörigkeit im Wohnen.

Was fehlt aktuell, was würdest du dir wünschen für den Neubau?

Ein eigenes Badezimmer, das wäre mir sehr wichtig.

Was ist der Wolfbrunnen im Allgemeinen für dich?

Ich bin ehrlich, am Anfang, als ich zu euch gekommen bin, dachte ich nur; Scheiss Heim ehrlich! Dann habe ich aber gemerkt, dass es ein neuer Anfang für mich sein kann und ist. Für mich selber, für die Schule, für das Thaiboxen, ein Neuanfang um mit den Drogen aufzuhören. Der Wolf­brunnen hat mir viel gegeben, ich habe eine Zukunfts­perspektive, gute Unterstützung in der Schule, ich hoffe auf eine Lehrstelle und kann mir das mittlerweile auch gut vorstellen. Ich rauche sogar weniger können Sie sich das vorstellen.

Was meinst du, ist es wichtig, dass der Wolfbrunnen immer ein Angebot für weibliche Jugendliche bleibt oder könntest du dir auch eine gemischte Gruppe vorstellen?

Ich bin ehrlich, für mich ist es besser sind es nur Mädchen, ich denke in einer gemischten Gruppe wäre es für mich persönlich schwieriger und ich weiss, dass ich viel mehr «Scheiss» machen würde. Wenn ich mit den Jungs bin, mache ich einfach viel mehr Mist.

Also du denkst, dass es ein Unterschied macht, wenn es ein gemischtes Heim wäre sprich mit was für Jugendlichen man zusammen kommt?

Ja, ich weiss, dass ein gemischtes Heim für mich nicht sinnvoll wäre, als Tipp für euch würde ich es bei einem Mädchenheim belassen, es gibt viel mehr Probleme in gemischten Heimen. Ich finde es ein guter Raum für Mädchen und wichtig, damit sie unter sich sein können und sich wohl fühlen.

Gibt es etwas, dass du vermisst, seit du im Wolfbrunnen bist? Was ist nicht ersetzbar hier?

Freiheit, aber das ist für mich einerseits gut, wie auch nicht gut. Zuviel Freiheit ist glaube ich für mich nicht gut, ich muss Regeln haben, dann läuft es besser in meinem Leben. Ich denke aber, ich kann hier gut lernen wieder mehr Unabhängigkeit und Freiheit zu bekommen und lerne, wie ich damit umgehen kann. Ich freue mich auf den Neubau, aber ich werde das alte Wolfbrunnen vermissen, viele Erinnerungen und Highlights hängen daran.